Ein Brief an Dich. Ein Roman zum Ende einer Odyssee.

Ich habe Dir die Pistole auf die Brust gesetzt - endlich.
Steh zu Deinem Wort, reiß Dich endlich zusammen und kriege Dein Leben auf die Reihe.
Ich habe lange und oft mit Dir darüber geredet.

Und dann? Dann habe ich abgedrückt.





Ein Brief an Dich.

"Ich bin frei.

Vor sechs Jahren habe ich mich in Dich verliebt.
Dich Borderliner, Dich Masochisten, Dich exzentrischen, kaputten Mann. Dich Alkoholiker, Dich Feigling der Du nicht ein einziges Mal hinter mir standest, der Du nicht ein einziges Mal in Deinem Leben wenigstens den Versuch gewagt hast für das was Dich berührt einzustehen.

Drei Mal hast Du mich verlassen. Einmal für eine andere, einmal, weil Deine Mutter es so wollte, einmal einfach so, ohne eine Erklärung, ohne ein einziges Wort.

Jedesmal kamst Du wieder - nach Wochen, nach Monaten. Immer dann, wenn ich mich gerade gefangen hatte. Hast an meinen unendlichen Glauben in die Liebe - in Dich - appelliert. Hast mir erzählt wie sehr Du mich brauchst, dass es der Größte Fehler Deines Lebens gewesen sei mich zu verlassen.
Jedesmal bin ich zurück zu Dir.
Habe Dich vor Freunden und Familie verteidigt, die eine neue Chance gegeben.

Mein bester Freund sagte mir, 'Du verzeihst zu schnell. Dass Du überhaupt verzeihen kannst - wirklich aufrichtig vergeben kannst - ist eine Deine wunderbarsten Eigenschaften, aber eine, mit der Du Dir selbst mehr weh tust, als Du es verdient hast.'.

Trotzdem habe ich Dir verziehen. Habe versucht Dich zu verstehen. Habe es zeitweise sogar geschafft.
Ich habe so oft über die Grenzen meiner Kraft hinaus für uns beide gekämpft, versucht mit deinem selbstauferlegten Schlaf- und Nahrungsentzug zurecht zu kommen. Habe darum gekämpft Dich davor zu bewahren, in den Alkoholismus abzurutschen, zeitweise gelang mir das sogar.
Ich habe meine Freunde vernachlässigt, mein Jurastudium, meine Arbeit - alles dafür, dass Du mir immer und immer und immer wieder in den Rücken gefallen bist.
Ich habe alles gegeben.
Ich war liebevoll, zärtlich, bestimmt, konstruktiv, habe dich angeschrien, gebettelt, damit Du endlich zur Vernunft kommst.

Trotzdem konnte ich diese Abwärtsspirale die dein Leben ist nur verlangsamen.
Dir Trost spenden, Dich wieder aufbauen.
Dennoch war ich diejenige, die früh um drei Anrufe bekam, von ihrem Freund der ihr sagt, dass er jetzt vor einen Zug springt und dass sie alleine Schuld ist weil die Liebe zu ihr ihm gezeigt hat, was er wegen seiner Mutter niemals haben darf. Weil er nicht die Kraft hat sich zu widersetzen, wenn sie sagt, dass "die Hure ihm ein Kind anhängt um ihn ihr wegzunehmen". Du sagtest, dass all das Glück, dass du meinetwegen empfindest Dich so traurig macht, weil am Ende deine Mutter gewinnen wird.

Und ich konnte all die Jahre, all die Zeit nicht verstehen, warum ich den Absprung nicht wert war.
Ich war oft so wütend auf Dich, weil Du es Dir so einfach gemacht hast, weil Du statt zu kämpfen einfach resigniert hast. 'Es geht nicht.'
Ich war die, die jeden Tag darum gekämpft hat, dass du daran glaubst, dass es geht. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte auch aufgegeben - das hätte mir sehr viel Leid erspart. Doch das wäre nicht ich gewesen.

Trotzdem habe ich nicht kapiert, warum Du nicht gegangen bist. Warum Du Dir verbieten lässt das Haus zu verlassen, mich zu sehen.
Ich habe versucht zu verstehen, wieso sie so reagiert um den richtigen Ansatz zu finden.
Habe versucht zu verstehen, wieso sie Dir Whiskey hinstellt, damit Du nicht mehr fahren kannst, wenn Du zu mir willst, wo es doch so offensichtlich war, dass Du Probleme mit dem Trinken hast.

Ich habe jeden einzelnen Tag meine verlorene Schlacht gekämpft, damit Du dich Stück für Stück befreien kannst. Dich aufgebaut, ermutigt, unterstützt.
Nur mich, mich hat niemand getröstet. Oder aufgebaut. Oder ermutigt.
Ich soll mich zusammen reißen. ich soll aufhören mit dem traurig sein, hast Du gesagt, als ich dich gebeten habe bei mir zu sein, als es mir damals im Sommer so schlecht ging.
Ich soll Dir nicht mit "diesem emotionalen Scheiß" kommen, als ich geweint habe, weil wir uns seit Wochen nicht sehen konnten.
Dass ich mein Studium durchzuziehen habe weil ich mit 23 'eh schon zu alt bin um was neues anzufangen'.
Dass ich 'wenigstens noch Jura studiere, auch wenn es nicht Medizin ist. Aber der Doktortitel muss schon sein.'
Im Nachhinein erscheint es mir wie ein böser Traum, dass ich mir das habe gefallen lassen, dass ich, als Du in meiner Vorlesung saßt und der Meinung warst du wüsstest es besser als der Professor selbst nur gelächelt und mir gedacht habe 'schon klar'.
Ich hätte mir an den Kopf fassen, oder besser, deinen hart gegen die Tischkante schlagen sollen.

Trotzdem war ich oft glücklich. Meistens leider, weil ich das beste aus der Situation gemacht habe.
Manchmal aber auch, weil wir wirklich Grund zum glücklichsein hatten.
Zuletzt im August.
Es war ein Festival, sechs Monate vor unserer Trennung. Zum ersten Mal habe ich Dich ein paar Tage am Stück gesehen. Du hast jedem erzählt, dass ich die Frau sei, die Du heiraten wirst. Die Liebe deines Lebens.
Und dann hast Du Dich bekifft, Dich betrunken und ich war die Spielverderberin, weil ich Dich angeschrien habe, als Du Dir im Suff mit einer Raviolidose die Hand zerschnitten hast. Ich war die "Spießerin", weil ich deine Schnitte desinfiziert und verbunden habe, nachdem Du mich mit dem fauligen Zeug auch noch beworfen hast, das drei tage in der Sonne gestanden hatte.

Deine Mutter rief immerzu an. Wollte wissen, was ich tue, wollte wissen, ob ich Dich und Deine Schwester zu üblen Dingen verleite, euch anstachle, eure Moral schleifen zu lassen.
Du hast versucht während eines bestimmten Telefonats nicht zu kotzen und gerade zu stehen, Deine Schwester lag betrunken auf irgend einem dreckigen Metaller.

Ich war nüchtern und habe mich für euch beide zu Tode geschämt.
Habe sie ins Bett geschleift und später Dich halb auf mir liegend zurück zum Zeltplatz gezerrt, mich zusammen gerissen, mir eingeredet, dass ich mich nicht aufregen soll, ich müsse das verstehen, so oft hast Du nicht die Gelegenheit "die Sau rauszulassen".
Ich habe all die Stimmen in meinem Kopf ignoriert, genau wie die Menschen um uns herum die um halb vier Uhr morgens auf deine Sprüche mit "Alter, ich glaube Du solltest echt mit Deiner Freundin mitkommen" reagiert haben.
Ich dachte nicht, dass man auf einem Metalfestival ungefragt Beziehungsratschläge von fremden Menschen bekommen kann - die einem dann sagen 'Mädchen, das sieht nicht gut aus.'.
Schamesröte. Immer wieder. Und die Frage, warum ich mir das antue.
'Weil Du ihn liebst, weil er es nicht so meint'.
Schämst Du Dich nicht?
Ich schon. Für Dich, weil Du Dich so gehen lässt manchmal, für mich, weil ich es ausbade, statt Dich da oben liegen zu lassen.

Für Dich bin ich in meinem Nebenjob geblieben, der mich fast mein Studium gekostet hätte, weil Du immer wieder den Umzugstermin in die gemeinsame Wohnung verschoben hast, aber nur um sechs Monate, sodass es sich für mich nicht gelohnt hätte, mir etwas neues zu suchen.
Wie oft hast Du mich im Streit stehen lassen? Mich ignoriert mit der Begründung mein "Fehlverhalten müsse angemessen bestraft werden, ohne strafe wirkt Erziehung nicht."

Wie oft bin ich ausgeflippt, weil ich kein verdammtes Hündchen bin und wurde mit noch mehr Schweigen bestraft?

Warum habe ich das alles so lange ertragen (können)?

Weil ich an Dich geglaubt habe, an uns.
Weil Du so oft der zuvorkommende, charmante Mann warst, in den ich mich verliebt habe.
Der mit mir im Gras lag und sich bedankt hat für all das, was ich für ihn tue. Weil Du manchmal auch der Mensch warst, der mir meine Sorgen und Gedanken von den Augen abgelesen hat. Weil ich mich bei dir sicher gefühlt habe, geborgen.
Aber irgendwann hast Du über all Deine eigenen Probleme die Du Dir selbst herangezogen hast vergessen, dass Beziehung nicht nur nehmen heißt. Irgendwann im Frühsommer ging das los.
Irgendwann dämmerte mir, dass es nicht besser wird. Nach anderthalb Jahren Beziehung. Nach insgesamt vier einhalb Jahren als deine Freundin, nach sechs Jahren in denen ich Dich liebte.
Himmel, wie konnte ich hier hineingeraten? In diese Rolle?

Es war nicht richtig, ich wollte endlich wissen, ob Du anders sein kannst. Ob es wirklich an Deiner Familie liegt.
Ich habe Dein Versprechen eingefordert. Steh zu mir. Steh wenigstens zu Dir selbst. Kein Hinauszögern mehr, kein Vertrösten. Fang wenigstens an ein eigenes Leben aufzubauen.

Du hast ein halbes Jahr Zeit, dann bin ich weg, wenn sich nichts getan hat.

Ich dachte ich sei es Dir wert.

Und dann kamst Du. Du würdest in die Schweiz gehen, ein Jahr lang.
Auf meine Frage, ob ich in diesem Plan irgend eine Rolle spielen würde, hast Du geantwortet mit "erst baut sich jeder selbst etwas auf, dann zusammen."
Ich fragte weiter. Ob Du ernsthaft erwartest, dass ich noch ein paar Jahre herumsitze und darauf hoffe, dass sich danach herausstellt, dass wir zusammen passen.
Für Dich war das selbstverständlich.

Für mich war meine Entscheidung beinahe gefallen.
Trotzdem, ich wollte wissen, ob Du ernsthaft noch eine Zukunft für uns siehst, wenn Du so denkst und planst. Natürlich.

Ich grübelte weiter. Und grübelte. Und grübelte.
Zwei Wochen später hast Du dem ganzen die Krone aufgesetzt. Endlich.
Ich war mir noch zu unsicher gewesen meinen Entschluss in die Tat umzusetzen, wollte ein paar Wochen abwarten.
Der Gedanke Dich zu verlassen war für mich so neu, so unwirklich, dass ich ihn selbst erst verdauen wollte.
Du hast mir dabei geholfen. Indem Du das dümmste, das dämlichste und feigste gesagt hast, was ich je gehört habe, dort in diesem Café.

Du hättest über meine Frage nachgedacht, ob Du eine Zukunft für uns siehst.
Ich solle Dich bitte davon überzeugen, dass wir eine haben. (In meinem Kopf dröhnt es. WIE BITTE!?)
Wir haben uns getroffen, den Ort hast Du ausgesucht. Die Kirche an der wir uns nach drei Jahren Trennung damals getroffen haben. Du wolltest mich zur Begrüßung küssen, hast breit gelächelt. Ich verweigerte mich und Du fragtest ernsthaft wieso.

Wir suchten uns einen Ort zum reden. ich fragte, wieso Du nun doch zweifelst. Für mich war klar, dass ich dieses Café als Single verlassen würde, nur wollte ich vorher noch Antworten.
Und dann kam es. Es ging um Deine Mutter.
Ich musste Dir vor einigen Monaten versprechen, dass ich nichts unternehmen würde, dass wir jeden Schritt gemeinsam gehen würden, wenn es um sie geht.

Du hast mir vorgeworfen, dass ich Deine Wünsche respektiert habe, dass ich mein Versprechen nicht (!!) gebrochen habe obwohl ich 'es besser hätte wissen müssen', obwohl ich 'hätte wissen müssen', dass du es nicht ernst gemeint hast, als du mich gebeten hast Dir mein Wort zu geben. ich hätte für unsere Beziehung deine Wünsche ignorieren müssen. Alles meine Schuld. Ich hab es gegen die Wand gefahren, weil ich das getan habe, was wir gemeinsam beschlossen haben und mich nicht über Dich hinweggesetzt habe. Wirklich?

In diesem Moment, in dieser Ecke in dem romantischen Café hat es mich getroffen wie ein Donnerschlag.
Du, der du nicht ein einziges Mal einen Finger krumm machen konntest für mich, für uns, der Du der feigste und rückgratloseste Lügner bist, der mir je begegnet ist - du hast jeden Funken meiner Liebe zu dir aus mir herausgeprügelt, verbal, immer und immer wieder. Und endlich, endlich, ENDLICH nach sechs Jahren habe ich es begriffen.
Du wirst Dich nie ändern. Du wirst nie der Mensch sein, der meine Liebe verdient hast.

Ich habe Dich angesehen und gefragt, wieso Du es nicht aussprichst. Wieso Du nicht gehst. Und zum zweiten Mal in meinem Leben habe ich Dich weinen sehen.
Ich sagte "weil Du Angst hast, den größten Fehler Deines Lebens zu machen indem Du mich gehen lässt, nur weil du zu feige bist, dich gegen deine Mutter zur Wehr zu setzen. Weil Du eine Scheißangst hast, dass Du irgendwann dasitzt und endlich kapierst, dass ich einen Scheiß die Schuld daran trage, wie das mit uns gelaufen ist."
Diesen irritierten Blick werde ich nie vergessen. Normalerweise drücke ich mich nicht so aus. Bin nicht so kalt. So direkt.
Aber dann hast Du genickt.
Du hast nach einem Strohhalm gesucht. Fast flehend: "Du hast doch auch keine Kraft mehr"
Ich hab Dich angesehen, in diese Augen, in denen ich mich oft so sehr verloren habe. Ich habe nichts darin gsehen. Zum ersten Mal.
Ich habe dir gesagt, dass ich weitergekämpft hätte. So lange es nötig gewesen wäre.
Und dann bin ich gegangen. Endlich. ICH BIN GEGANGEN.

Du folgtest mir, hast mir angeboten mich nach Hause zu fahren. Und ich sagte "lieber werfe ich mich vor einen Zug und hoffe zu Hause abzufallen, als mich von dir nach Hause bringen zu lassen."
Du hast in den Himmel gesehen, den Schnee. Und dann hast Du mich angesehen und gesagt "Du hast gewonnen. Du bist die Stärkere von uns beiden. Ich wünsche Dir, dass Du irgendwann einen Mann findest, der Dir das gibt, was mir verwehrt wurde. Dem seine Familie kein Bein stellt."
Ich war ruhig, fast schon kalt. Ich habe gesagt "Ich wünsche Dir, dass Du irgendwann begreifst, dass es in einer Beziehung nicht ums gewinnen geht. ich wünsche Dir, dass Du irgendwann das Wort 'Partnerschaft begreifst', dass Du es irgendwann schaffst den Menschen zu finden, den Du genug liebst um endlich zu kämpfen. Ich wünsche dir, dass du nur ein einziges Mal in deinem leben um das kämpfst, was du liebst, statt die Schuld immerzu bei anderen zu suchen"
Du sagtest "Ich liebe Dich immernoch Hase, daran liegt es nicht." Du wolltest mich umarmen, hattest wieder Tränen in den Augen.
Ich habe einen Schritt zurück gemacht. Dich gefragt, ob Du Dir darüber im Klaren bist, dass Du mich nie wieder sehen wirst. Dass ich weder Kontakt wünsche, noch jemals wieder dein Gesicht sehen will, nach all dem was passiert ist.
Du sagtest, Du würdest Dir niemals verzeihen, was du mir in den letzten Jahren angetan hast, dass Du Dir nie verzeihen könntest, dass Du mich seelisch zerstört hättest.
Ich hab gelächelt und gesagt "wenn Du Dir je die Mühe gemacht hättest mich kennen zu lernen wüsstest Du, dass niemand, nicht mal Du mich seelisch zerstören kann. Du hast Recht, ich bin die Stärkere. Und Du kennst mich nicht."
Und zum ersten Mal in sechs Jahren hast Du genau das begriffen.
Ich habe mich umgedreht und bin gegangen. Erhobenen Hauptes. Ich habe nicht einmal zurückgeblickt.
Kaum warst Du außer Sicht habe ich angefangen zu weinen wie noch nie in meinem Leben, mitten im U-Bahnhof, umgeben von hunderten Menschen habe ich geflennt wie ein Schlosshund und kapiert: Diesmal ist es wirklich vorbei.

Für immer.

Das Schlimme an der Sache war, dass ich nicht um Dich geweint habe.

Kennst Du das, wenn Du um einen geliebten Menschen weinst? Du siehst Bilder, Erinnerungen in deinem Kopf, Du hörst die Stimme desjenigen.
Ich habe nicht ein einziges Mal Dein Gesicht gesehen.

Und das hat mir den Rest gegeben, weil ich mich unweigerlich mit der Frage konfrontiert sah: Wie lange liebe ich Dich eigentlich schon nicht mehr, sondern habe gekämpft, weil ich es gewohnt war?

Nein, ich habe Dir nicht eine Träne hinterhergeweint.

Ich habe um mich selbst geweint. Um meinen Stolz, um den Respekt vor mir selbst, ich habe um die starke Frau geweint, die unter Dir fast erstickt wäre. Weil ich so naiv, so dumm, so blind gewesen bin.
Ich habe mich vor mir selbst geschämt.

Nun schaue ich auf all das zurück und es erscheint mir wie ein böser Traum.

Ganze drei Tage hat es gedauert, bis ich wieder lachen konnte.

Drei Tage habe ich gebraucht, bis es nicht einmal mehr in den Fingerspitzen kribbelte, als ich an Dich gedacht habe.
Ich habe all den Kram, der mich an Dich erinnert weggeräumt. Was mich wirklich etwas getroffen hat - für gewöhnlich packe ich solche Dinge in einen Karton, um sie irgendwann noch einmal herauszuziehen und anzusehen.
Ich habe keinen Leeren gefunden.
Also habe ich all das Zeug weggeworfen oder verschenkt.

Alles was noch übrig ist, sind ein paar alte Briefe an Dich und ein Foto von uns beiden. Das einzige, das ich ansehe und mich an eine schöne Zeit erinnere.

Nach all den Jahren ist nicht einmal mehr genug Emotion für mich dabei, um die alten Sachen aufzuheben. Das hat mich traurig gestimmt. Aber es erleichterte mich auch - weil es mir selbst gezeigt hat, dass ich niemals wieder Gefahr laufen werde, auch nur ein Fünkchen Interesse an Deinem Leben zu entwickeln.


Ich bin frei.
Ich kann endlich atmen.
Ich bin glücklich.

Du weißt, dass ich daran glaube, dass man nichts im Leben umsonst tut und erträgt. Dass alles einen irgendwohin führt. Dass ich trotz allem an die Liebe glaube.
Dass ich daran festhalte, dass irgendwann irgendwo ankomme.
Ich habe nicht umsonst um uns gekämpft. Es hat mich nicht zu dir geführt - Gott sei Dank! - aber ich bin dennoch nicht enttäuscht worden.
Versteh das nicht falsch - so lange ich es getan habe, habe ich gerne für uns gekämpft und ich bereue noch heute keinen Tag, aber nicht um deinetwillen, sondern weil es mir selbst gezeigt hat, was ich kann.

Ich bin stärker geworden, so viel stärker als Du es mir je zugetraut hättest, ich bin klüger geworden und vor allem werde ich mich niemals wieder so behandeln lassen. Ich musste schon immer ein paar mal auf die Nase fallen, um die wichtigen Dinge des Lebens zu lernen.

Du warst jahrelang nicht Teil meines Lebens, Du warst mein Leben. Die Lektionen, die ich gelernt habe waren alles andere als einfach. Aber ich habe unendlich viel mitgenommen. Nicht zuletzt das Gefühl endlich zu wissen, wo ich hingehöre - ob mit oder ohne Partner.

Ich wünsche Dir, dass Du den Absprung schaffst und irgendwie glücklich wirst. Mehr als alles andere.
Aber Du wirst niemals wieder einen Schritt in mein Leben setzen, ganz gleich was kommt. Ich bin endlich frei.



Danke."

7.2.13 19:06

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen