Ein Fazit.

Das mit dem Bloggen habe ich mir definitiv einfacher vorgestellt.
Zeitlich machbarer.

Es ist nicht so, dass ich so unglaublich eingespannt wäre, es ist viel mehr so, dass ich diese enorme Wucht von neuen Eindrücken gar nicht so recht in Worte fassen kann - ich hätte gar nicht gewusst, was genau ich überhaupt festhalten soll.

Das mit dem Anschluss an neue Leute hat nicht so besonders geklappt, allerdings habe ich direkt am ersten Tag - wundervoll Klischeehaft durch ein "brauchst du mal Feuer?" einen wunderbaren Menschen kennengelernt. Es ist fast schon ein wenig beängstigend, wie ähnlich wir uns sind.

Ohne sie wäre das Studium nur halb so toll.

Wo wir gerade bei der Sache sind - Studium toll? Jura toll?

Jura toll!


Entgegen aller Befürchtungen macht es mir riesigen Spaß,allen Ängsten zum Trotz stimmt es.
Es fühlt sich richtig an. Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich mir vorstellen, etwas den Rest meines Lebens mehr oder weniger mit Freude zu tun.

Ich kann mir gut vorstellen, nächtelang über Fällen zu brüten, Gesetzestexte zu wälzen und die nächsten Jahre in der Bibliothek zu verbringen.

Was mir ein wenig Sorgen macht ist, dass ich enorme Schwierigkeiten habe aus Büchern zu lernen.
Ich stand nie zuvor vor der Aufgabe, mir hunderte Seiten Texts einprägen zu müssen - doch es kristallisiert sich auch nach und nach heraus, dass es gerade in der Anfangszeit sehr viel wichtiger ist überhaupt die grundlegenden Schemata zu verstehen, und das scheint mir tatsächlich zu liegen.
Grundsätzlich würde ich nie auf die Idee kommen, das Studium als einfach zu bezeichnen, aber es scheint, als hätte ich ein Talent für die ganze Sache.

Ich bin wirklich gespannt, was die kommenden Jahre wohl für mich bereithalten und wie oft und wie sehr ich an meiner Wahl noch verzweifeln werde, aber vielleicht ist es gerade deswegen auch so wichtig, dass ich jetzt und hier festhalte, dass Jura mir wahnsinnig Spaß macht und dass es sich (vor allem anderen das!) richtig anfühlt.

Vor etwa zwei Wochen habe ich dann noch etwas erfreuliches herausgefunden, meine Universität bietet Elementarkurse im Polnischen an.
zwar erst wieder zum Wintersemester nächsten Jahres, aber immerhin. Ich bin zwar was das Vokabular anbelangt schon relativ weit gekommen auf eigene Faust, die Grammatik jedoch ist wirklich nicht ohne.
Schön ist auch, dass ich inzwischen gemerkt habe, dass ich gar nicht mehr so sehr für meinen Freund und seiner Familie lerne, sondern dass ich mich regelrecht in diese Sprache mit ihrer Melodie und ihren Wortlauten verliebt habe.

Ich lerne Polnisch inzwischen größtenteils für mich - und das ist dann wohl letztendlich auch der Schlüssel zum Erfolg und die Quelle der Motivation.



Nun muss ich jedoch meiner Überschrift doch die notwendige Aufmerksamkeit zollen. 2011 ist zu Ende. So.


Ziemlich genau vor einem Jahr wieder mit meinem Freund zusammengekommen und mit ihm so glücklich wie noch nie.
Abitur gemacht und bestanden. Tante geworden. (Werde ich im August übrigens zum zweiten Mal!)
Den Anschluss an meinen besten Freund verloren, weil er mich unglaublich genervt hat. Jetzt fehlt er mir. Das steht mir '12 bevor. Mich melden. Erklären.
Wieder Kontakt zu meiner ältesten Freundin aufgebaut, eine wundervolle neue gefunden.
Mich eingeschrieben. Mit dem Studium begonnen.
Ehekrise meiner Eltern, Affäre meiner Mutter (die noch andauert, die sie jedoch nach wie vor leugnet).

Was wohl 2012 bringt?

Eine Scheidung?
Endlich die lang gesuchte eigene Wohnung?
Einen neuen Job? Ich hasse meinen. Er ist mir so peinlich. Ich würde lieber putzen, als weiter das zu machen.

Was bringt das zweite Semester? Bestätigung? Noch mehr Bammel?
Bekommt meine Nichte einen kleinen Bruder, oder eine Schwester? Ich tippe hier mal ganz gewagt auf ein Mädchen.

Es ist zwar sinnlos, trotzdem wäre ein Junge... ungewohnt. Ich habe nur Cousinen. Und mit Jungs kenne ich mich nicht aus.


Meine Schwester möchte gern meinen Freund zum Taufpaten machen. Hält sie an dieser Idee fest? Wird er ja sagen? Und um Gottes Willen, was wird mein Schwiegerdrache deswegen ausrasten........
"Sie will dich an ihre Familie binden."
"Sie ist auf dein Geld scharf."

Die Frau macht mich fertig.

Ich fühle mich unwahrscheinlich wohl bei ihm zu Hause und mag seine Familie so gern - aber wahnsinnig machen sie mich trotzdem allesamt.

Nein, ich bin nicht scharf auf irgendjemandes Geld.

Und wer heiratet freiwillig einen Arzt?

Mal ehrlich, man heiratet um Strohwitwe zu werden. Ich liebe ihn mehr als alles andere und die Medizin ist seine Bestimmung - aber ich freue mich mit Sicherheit nicht darauf, ihn am Tag zwei drei Stunden zu sehen.
Jede Frau die sagt sie möchte einen Arzt heiraten hat einen ganz gewaltigen Schatten, meiner Meinung nach.

Oder bin ich die einzige Frau, die derart undankbar ist und findet, dass 70 Stunden die Woche arbeitende Ehemänner nicht derart erstrebenswert sind?

Trotzdem kann und will ich mir keinen anderen mehr vorstellen, am 23.12.2011 ist dieser Gedanke übrigens fünf Jahre alt geworden.

Ja, auch er macht mich wahnsinnig - meistens aber vor Glück.

Und wenn es 20 Jahre dauert, bis der Schwiegerdrache mich mag - irgendwann wird er es.

Apropos.. heute Abend ist Silvesterfeier mit seiner Familie angesagt. Wie ich mich freue.
Kein Alkohol, getrennte Betten (NICHT IN MEINEM HAUS UND SO LANGE IHR NICHT VERHEIRATET SEIDWAWAWAAWAWAAAA *brüll*) und seinen Eltern alle zwei Minuten das "du" anbieten um alle zwei Minuten zu hören "bis ich jemanden duze dauert es eine Weile."
Ja Frau Doktor. Ja, Herr Doktor.


Hab ich selbst einen Schatten, weil ich sie trotzdem gern hab?

Er ist den ganzen Stress definitiv wert und zumindest weiß ich, wenn ich denn dann endlich mal geduzt werde, dass sie mich wirklich akzeptiert haben. Einigermaßen zumindest.

Die Sympathie seiner Familie muss man sich hart erarbeiten, aber es lohnt sich. Sie sind es wert. Er ist es wert.

Ich freue mich auf heute Abend, auch wenn ich wohl 75% der Zeit in der Küche herumstehen und meine Hilfe anbieten werde um ein "setzen Sie sich. Wollen Sie einen Kaffee?" zu hören.

Nun gut, das soll es für heute gewesen sein.



Auf 2012.






It only takes me three seconds to say, "I love you." Many days to explain why. But you deserve my lifetime for me to prove it.

31.12.11 10:47

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